Jahrzehntelang waren Jürgen Werth und ich als Solokünstler tätig. Im Jahr 2019 beschlossen wir, gemeinsam auf die Bühne zu gehen. Obwohl sich Pantomime und Instrumentalmusik perfekt ergänzen, stellte die Arbeit mit gesungenem Text eine komplexe Herausforderung dar. Jürgens Texte waren so anschaulich, dass meine Körpersprache Gefahr lief, eine unnötige Redundanz oder eine verwirrende Ablenkung zu sein.
Denn die Gesten eines Mimen rufen in der Vorstellung der Menschen oft Worte hervor. „Als ich deine Gesten sah“, sagte mir ein Zuschauer, „dachte ich, du würdest in meinem eigenen Dialekt zu mir sprechen.“ Währenddessen lassen Jürgens Lieder, seine Worte, Bilder im Kopf des Publikums entstehen.
Nach 6 Monaten intensiver Proben gelang es uns jedoch, einen Dialog zwischen den Liedern und den Gesten herzustellen, in dem sich beide Kunstformen ergänzten, anstatt miteinander zu konkurrieren. Das kam beim Publikum so gut an, dass wir zwei Jahre später erneut gemeinsam auf Tournee gingen.